DNS bilden sie den »Reißverschluss«, der die berühmte Doppelhelix zusammenhält. Außerdem gewährleisten sie die Faltung der Proteinmoleküle und bestimmen damit auch die Funktion von Proteinen, die das Baumaterial unseres Körpergewebes bilden.
Was ist damit gesagt? Dass Wasserstoffbrücken doch mehr »können« als aus Wassermolekülen »Alzheimer-Kandidaten« zu machen? Dann müsste Kröplins Theorie vom Wassergedächtnis nicht an ihnen scheitern.
Aber die Sache muss wohl vorerst als unentschieden betrachtet werden. Und wie es scheint, wollen auch »harte« Naturwissenschaftler wie Elsässer die Diskussion offen halten, denn »bis heute sind fundamentale physikalische und partiell auch chemische Eigenschaften des Wassers nicht verstanden«. Professor Dr. Dominik Marx ist zwar ebenfalls davon überzeugt, dass Wasser kein Gedächtnis hat. Aber wissenschaftliches »Mauern« liegt ihm fern: »Wir beginnen zu begreifen, dass Wasser bei der Funktion der Proteine nicht nur ein passives Lösungsmittel ist, sondern eine viel größere, aktive Rolle spielt, als man bisher geglaubt hat. Die traditonelle Sichtweise der Biochemie beginnt jetzt zu fallen.«
Offenbar stellt das Lebenselixier Wasser, aus dem wir Menschen zu über 70 Prozent bestehen, eine der großen wissenschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Ob Kröplin mit seiner Theorie von den »geistigen Wirkungen« im Wasser ins Ziel führt, wird sich weisen. Marx jedenfalls sieht keinen Grund, »mystische Kräfte« zu bemühen, um hinter das Geheimnis des Wassers zu kommen: »Man kann Wasser mit den gleichen Methoden – experimentell oder theoretisch – verstehen wie auch andere Flüssigkeiten, etwa Methanol. Wir brauchen nur die Grundgesetze der Physik. Allerdings müssen wir quantenmechanische Methoden anwenden – und wir benötigen noch schnellere Rechner, um die Rolle des Wassers in den äußerst komplexen Systemen der Biomoleküle realistischer als heute zu simulieren. Wir werden unsere Methoden in Zukunft immer weiter verfeinern müssen – aber prinzipiell unlösbare Rätsel des Wassers sehe ich zur Zeit nicht.«
Was immer uns die Forscher eines Tages offenbaren mögen: Das nächste Glas Wasser werden P.M.-Leser sicher mit einem völlig neuen Bewusstsein trinken …
Autor(in): Manon Baukhage